Spalter kulinarische Hopfenpflückertour
Am 5.9.2026 veranstaltete der Brauverein einen Ausflug mit seinen Mitgliedern nach Spalt zur kulinarischen Hopfenpflückerrunde des Spalter Heimatvereins e.V., geführt von Thomas Weislmeier.

Startpunkt war das Spalatindenkmal an der St.-Nikolaus-Kirche. Dort erwartete uns auch schon die erste Verköstigung mit einem alkoholfreien Spalter Bier. Dabei erfuhren wir, dass Spalatin einer der berühmtesten Söhne der Stadt Spalt und die rechte Hand Martin Luthers war. Das Denkmal symbolisiert das Öffnen der katholischen Kirche für anderes Gedankengut. Leider war die St.-Nikolaus-Kirche für Besucher geschlossen.

Weiter ging es zum nächsten Halt. Dort erwartete uns ein typisches Hopfenpflücker-Frühstück. Dazu erzählte eine ehemalige Hopfenpflückerin (links) von der damaligen schweren Arbeit im Feld.

Das typische Hopfenpflücker-Frühstück besteht aus Buchteln (Hefegebäck) mit Butter und Marmelade. Zum Aufwärmen gibt es roten oder weißen Wermut, einen mit Kräutern versetzten Wein.

Da sowieso Hopfenerntezeit ist, konnte man gleich gegenüber einem Betrieb bei der Hopfenernte zusehen. Natürlich wird das Hopfenernten und -pflücken mittlerweile mit der Maschine erledigt.



Weiter ging es in die Gänsgasse 45 zum Veit-Haus. Dies ist ein vom Spalter Heimatverein erworbenes ehemaliges Hopfenpflückerhaus. Es wurde so belassen, wie es war. Auch dort gab es während eines Rundgangs durch das Haus Stadtwurst mit Musik zu essen und ein Spalter Hell zu trinken. Dort findet einmal im Jahr am Ende der Hopfenpflückzeit auch das Saumarktfest statt. Dieses wurde 1912 von den bayerischen Behörden unterbunden, weil zu viele Straftaten die Gerichte beschäftigten. Vor ca. 20 Jahren wurde es vom Heimatverein wiederbelebt.





Am Schäferturm macht die Gänsgasse einen Knick nach links. Dort reihen sich Häuser von Künstlern aneinander. In der anschließenden Brauereigasse konnte man auch schon den Malzschlot der Spalter Brauerei sehen.




Dort begrüßte uns dann auch schon der Diplom-Braumeister und Chef der Brauerei Spalt, Stefan Herz. Es gab ein Foodpairing mit zwei französischen Käsesorten und dem Spalter Nr. 1, einem sehr hopfenaromatischen Bier. Dabei erzählte uns Stefan, dass das Aroma durch die Whirlpoolhopfung zustande kommt. Thomas zeigte seine Urkunde, die jeder Spalter Bürger besitzt und die ihm einen Miteigentumsanteil an der Brauerei bescheinigt.




Stefan lud uns anschließend zu einer besonderen Brauereitour durch die Spalter Brauerei ein. Es war uns eine Ehre, dass uns der Chef höchstpersönlich seinen Betrieb zeigte. Neben untergärigen Bieren mit der Hefe W34/70 wird hier auch Weizenbier gebraut. Besonders interessant war die Erklärung zur aufwendigen Herstellung des Weizenbiers mit drei Suden, wobei der letzte Sud noch eine Maltaserast (Maischverfahren zur Erhöhung der Glucose-Konzentration) durchläuft. Möglich wird dies dadurch, dass in der Brauerei neben dem Infusions- auch das Dekoktionsverfahren angewendet werden kann. Investiert wurde außerdem viel in neue konische Gärdrucktanks und einen extra abgeschirmten Weizengärkeller. Beim Weizenbier ist es wichtig, oben den Hefeschaum der Hefe Typ 63 abfließen zu lassen, damit das Bier weicher wird. Auch eine eigene Entalkoholisierungsanlage wird bald angeschafft, sodass das Bier für diesen Schritt nicht mehr zu Nordbräu Ingolstadt transportiert werden muss.







Der Legende nach steht im Siegel mit der Jahreszahl 1538 neben dem Baum ein Wolf als Hinweis auf die Sage, die sich um den Ortsnamen gebildet hat: Ein Bauer wollte sich vor einem Wolf in die Pfarrkirche retten, erreichte diese aber nicht mehr, sondern nur den daneben stehenden Baum. Der Wolf sprang in großer Wut nach ihm und blieb in einem Spalt des Baumes stecken. Der Bauer konnte ihn nun erschlagen und war damit gerettet. Die Spalter Version der Tourismusseite erzählt es augenzwinkernder: Ein Bauer habe die Geschichte im Wirtshaus erfunden, um angeben zu können — er sei vom Hopfengärtla gekommen, habe sich im letzten Moment fallen lassen, und der Wolf sei über ihn hinweg in den Baumspalt gesprungen. Als der Fürstbischof von Eichstätt 1539 den Spaltern ein Wappen geben sollte, bestand er darauf, dass der Wolf darin vorkommt.
Sprachwissenschaftlich stimmt die Herleitung nicht. Der Ort wurde um 1135 als „Spalte“ erstmals urkundlich bezeugt; der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Flurnamen ab, mit dem der schroffe Taleinschnitt der Fränkischen Rezat bezeichnet wurde. Die Wolfsgeschichte ist also eine nachträgliche Volksetymologie. Und im heutigen amtlichen Stadtwappen kommt der Wolf gar nicht mehr vor: In Rot auf grünem Boden eine zweitürmige silberne Kirche mit blauen Dächern, links begleitet von einer grünen Eiche.

Den Abschluss der Rundtour bildete der ehemalige Kerker in der Turmgasse in Spalt. Dort gab es noch einmal ein Foodpairing: ein dunkles Spalter Bier mit Schokolade. Die Führung von Thomas und seiner Frau Gabi war sehr schön, unterhaltsam und interessant (vielen Dank an die beiden).

Nun war Mittagszeit, und so kehrten wir im Bayerischen Hof in der Albrecht-Achilles-Straße ein. Besonders beliebt ist dort das Albrecht-Achilles-Brauerschnitzel mit Treberpanade. Albrecht Achilles rettete einst die Spalter vor den Nürnberger Belagerern.



Ab 14 Uhr fanden dann der jährlich stattfindende Hopfenzupferwettbewerb und die Inthronisation der neuen Spalter Hopfenkönigin statt. Im letzten Jahr besuchte uns am Regionalmarkt die damals amtierende Spalter Hopfenkönigin Nina Salbaum. Vielleicht erweist uns die neue Hopfenkönigin am diesjährigen Regionalmarkt 2026 ebenfalls die Ehre. Zudem war das Hopfenbiergut geöffnet und konnte besucht werden.






Auch überregionale Gäste konnte man dort antreffen, etwa Markus Raupach, der zu dieser Zeit mit seiner Bierakademie im Hopfenbiergut einquartiert war.

